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Freitag, 10.01.2014
Liechtenstein in Europa
Mit Beiträgen von: Marzell Beck, Werner Kägi, Graf Mario von Ledebur, Prinz Nikolaus von Liechtenstein, Georg Malin, Volker Press, Herbert Wille
Nr. 10 (1984)
vergriffen



Liechtenstein ist ein Land Europas. Inmitten dieses Kontinents gelegen teilt Liechtenstein das Schicksal Europas. Liechtenstein ist historisch, geistig-kulturell, wirtschaftlich und politisch in Europa eingefügt und eingewoben. Das kleine Staatswesen ist eine Spielvariante des alten ambivalenten europäischen Hangs zum Grossen wie zum Kleinen und Individuellen. Liechtenstein verdankt seinen Bestand günstigen geschichtlichen und geopolitischen Faktoren und Fügungen und dem Willen zur Erhaltung der Selbständigkeit. Es besitzt das Privileg, zum Kreis jener europäischen Staaten zu gehören, die sich auf die freiheitliche, sozial- und rechtsstaatliche Demokratie verpflichtet haben. Es hat den Vorteil, zwischen der Schweiz und Österreich, zwei neutralen, friedliebenden und freundschaftlich gesinnten Staaten, eingebettet zu sein.

Im vorliegenden Band vereinigt der Staatsrechtler Professor Werner Kägi Schätze geschichtlicher Erfahrungen und ideengeschichtliche, philosophische und praktische Einsichten über den Kleinstaat. Der Historiker Professor Volker Press behandelt eine bedeutsame Phase liechtensteinischer Aussenpolitik von der Auflösung des Deutschen Reiches bis zum Ende des Deutschen Bundes (1806–1866) in einem historischen Längsschnitt. Georg Malin, Bildhauer, Historiker, und Konservator, stellt die Kulturpolitik als wesentliches Element kleinstaatlichen Seins dar. Sodann folgt ein Beitrag über die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa KSZE, dem heute umfassendsten politischen Konferenzforum Europas, dem auch Liechtenstein angehört; Botschaftsrat Graf Mario von Ledebur-Wicheln, der den KSZE-Prozess von Anbeginn aktiv mitverfolgte, unterbreitet hiezu eine eingehende Analyse. Der Ständige Vertreter Liechtensteins beim Europarat, Prinz Nikolaus von Liechtenstein, stellt den Europarat wie die Mitarbeit Liechtensteins in dieser bedeutenden europäischen Organisation freiheitlicher und rechtsstaatlicher Demokratien Europas vor. Zum Europarat zählt Liechtenstein seit 1978 als Vollmitglied. Im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft Liechtensteins beim Europarat stehen die liechtensteinische Ratifikation der Europäischen Menschenrechtskonvention (1982) und die Mitwirkung in deren Rechtsprechungsorganen. Hiezu bieten die Beiträge von Herbert Wille, Ressortsekretär bei der Fürstlichen Regierung, von Marzell Beck eine wertvolle Einführung.

(Aus dem Vorwort Gerard Batliners)